Von Magendarm bis Reizdarm

Der Stuhl kann sich von Person zu Person und von Toilettengang zu Toilettengang in seiner Zusammensetzung, Farbe und Konsistenz unterscheiden. Nach der sogenannten Bristol-Stuhlformen-Skala kann der Stuhl sehr fest, aber auch glatt und weich, bis hin zu wässrig und ohne feste Bestandteile sein. Dabei gilt: Wen mindestens dreimal am Tag ein dünnflüssiger Stuhl auf die Toilette treibt, hat Durchfall.

Kommen Erbrechen und Übelkeit hinzu, kann es sich um einen akuten Magen-Darm-Infekt handeln. Oftmals steckt eine Infektion mit Noroviren dahinter. Bei Kindern ist wiederum die häufigste Ursache für Durchfall eine Infektion mit Rotaviren, die hochansteckend sind und sich insbesondere in den Wintermonaten schnell verbreiten. Durchfall kann aber zum Beispiel auch durch eine Lebensmittelvergiftung ausgelöst werden, etwa wenn jemand verdorbenen Fisch isst. Und der dünnflüssige Stuhl ist eine häufige Nebenwirkung von Antibiotika.

Als akut gilt Durchfall, wenn dieser nicht länger als zwei Wochen anhält. Beim Reizdarm kann er jedoch anhaltend und immer wieder auftreten und damit für Betroffene zu einer großen Belastung werden. Das betrifft vor allem die Durchfall-Typen, für die der wässrige Stuhl das Hauptsymptom der Erkrankung ist. Beim Reizdarm gibt es auch Patienten, bei denen sich Durchfall und Verstopfung abwechseln.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Zum Durchfall kommt es, wenn der Darm dem Nahrungsbrei während des Verdauungsprozesses nicht mehr genug Wasser entzieht. So verliert der Körper Wasser, Elektrolyte und Verdauungssäfte. Der Körper kann infolgedessen austrocknen (dehydrieren).

Wer Durchfall hat, sollte daher etwas dagegen tun. Allerdings sind die typischen Hausmittel Salzstangen und Cola oder die früher in beinahe jedem Haushalt vorrätigen Kohletabletten nicht die ersten Empfehlungen. Reine Durchfallpräparate sollten nur bei akuten Durchfällen eingenommen werden. Sie sind nicht für eine Dauertherapie geeignet. Unterstützend können bei Durchfall Elektrolytlösungen getrunken werden, die dafür sorgen, dass der Körper auch weiterhin gut mit lebensnotwendigen Mineralstoffen, wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Natrium, versorgt ist.

Entstehung und Gründe

Wer kennt das nicht: Der Bauch ist aufgebläht und die Luft muss raus. Meist geht das lautlos – unangenehm wird es, wenn Töne und Fäulnisgase entweichen. Oft passiert das, wenn Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen oder auch Kohlgerichte gegessen wurden. Aber auch Stress und Hektik können Blähungen (Flatulenzen) verursachen, wenn zu viel Luft verschluckt wurde (Aerophagie): Der Bauch wölbt sich, ist angespannt und fühlt sich voll an.

Bauchschmerzen hat sicher auch jeder schon mal gehabt. Sie können ganz unterschiedlich sein: krampfartig, stechend oder drückend. Bauchschmerzen und auch Blähungen sind meist harmlos, können aber auch ernstere Ursachen haben. Wenn sie wiederholt auftreten, sollte in jedem Fall ein Arzt die Ursachen abklären. Bei Frauen können auch gynäkologische Gründe vorliegen.

Blähungen und Bauchschmerzen sind typische Symptome von Reizdarm-Patienten. Bei den Betroffenen drückt und grummelt der Bauch jedoch nicht nur mal kurz, sondern immer wieder und anhaltend.

Bewährte Hausmittel

Für viele Betroffene ist eine schnelle Linderung der Beschwerden wichtig. Bewährt haben sich pflanzliche Produkte und Heilpflanzen wie Angelikawurzel, Benediktenkraut und Pfefferminzblätter. Die enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle regen die Bildung von Magen- und Gallensäure an und fördern die Produktion von Enzymen der Bauchspeicheldrüse. Außerdem wird das Verdauungshormon Gastrin im Magen freigesetzt, dass die Magen-Darm-Tätigkeit zusätzlich anregt. Die Verdauung wird gefördert. Antibakterielle, entzündungshemmende und krampflösende Inhaltsstoffe beruhigen zudem den Darm und wirken schmerzstillend.

Wer unter Blähungen und Bauchschmerzen leidet, sollte außerdem eher kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und die Nahrung gut zerkauen. Kamillen- und Fencheltees, eine warme Badewanne oder eine Wärmflasche auf dem Bauch sind ebenfalls wohltuend. Auch Bewegung an der frischen Luft kann sich positiv auswirken. Auf Hülsenfrüchte, Kohl und andere blähende Lebensmittel sollte verzichtet werden. Das gilt auch für Limonaden, kohlensäurehaltige Getränke und Fruchtsäfte sowie auf Produkte mit Süßstoffen.

Ursachen und mögliche Gefahren

Was raus muss, muss raus. Doch manchmal ist das einfacher gesagt als getan. Wenn der Darm träge ist, kommt es zu einer Darmverstopfung (Obstipation). Betroffene können dann seltener als dreimal in der Woche ihr Geschäft verrichten. Wenn es dann soweit ist, ist der Stuhl oftmals fest und der Gang zur Toilette sehr schmerzhaft. Es kommt auch vor, dass der Darm nicht vollständig entleert werden kann.

Zu einer Verstopfung kommt es vor allem dann, wenn die Muskeln und Nerven im Darm, bei ihrer Transportarbeit im Verdauungsprozess gestört sind. Viele kennen Verstopfung (oder auf der anderen Seite auch Durchfall), wenn sie sich im Urlaub an anderes Essen, Klima und die Zeitumstellung gewöhnen müssen. Experten sehen zudem einen Zusammenhang zwischen ballaststoffarmer Ernährung, geringer Flüssigkeitszufuhr, wenig Bewegung und Verstopfung. Außerdem können Medikamentennebenwirkungen Verstopfung verursachen.

Wem zusätzlich zur Verstopfung auch übel wird und wer erbrechen muss oder Fieber und starke Bauchschmerzen bekommt, sollte das ernst nehmen. Das muss ärztlich abgeklärt werden – auch außerhalb der Praxiszeiten von einem Notarzt. Die Symptome können ein Hinweis auf einen akuten Darmverschluss sein, der behandelt werden muss.

Was tun bei Verstopfung?

Verstopfung ist auch ein wichtiges Symptom des Reizdarms. Manche Betroffene leiden dabei abwechselnd an Durchfall und Verstopfung, für andere ist der verlangsamte Stuhlgang das Hauptsymptom der Darmerkrankung.

Helfen kann es, faserreiche bzw. ballaststoffreiche Lebensmittel wie zum Beispiel Vollkornbrot, Haferflocken sowie Obst und Gemüse verstärkt in den Speiseplan aufzunehmen und genügend Wasser und Tees zu trinken. Ballaststoffe erhöhen das Volumen des Stuhls, was wiederum die Bewegung des Darms anregt. Das kann eine normale Darmtätigkeit unterstützen. Wer zuvor jedoch ballaststoffarm gegessen hat, sollte nach und nach die Menge der Ballaststoffe steigern. Ansonsten kann es zu unangenehmen Blähungen kommen.

Schonend und hilfreich gegen Verstopfung sind Flohsamenschalen. Täglich ein Esslöffel der fein gemahlenen Samen unter das Müsli gerührt oder mit einem Glas Wasser getrunken, regt die Verdauung an, ohne dass es zu einem Gewöhnungseffekt kommt. Wichtig dabei ist: Wer Flohsamenschalen zu sich nimmt, muss genug trinken, ansonsten können sie die Verstopfung sogar verstärken.

Wer immer wieder an Verstopfung leidet, kann dagegen mit regelmäßiger Bewegung und Sport angehen – am besten an der frischen Luft. Auch eine sanfte Massage des Bauchs kann helfen. Abführmittel können kurzfristig Linderung verschaffen, sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Wir nutzen Cookies und Google Analytics, um diese Website für Sie so interessant wie möglich zu gestalten. Sind Sie damit einverstanden? Datenschutzerklärung Impressum